Füllungsmaterialien

Über einen langen Zeitraum wurde in der Bundesrepublik als Füllungsmaterial fast ausschließlich Amalgam verwendet. In den letzten Jahren geriet dieses Material jedoch in die Schlagzeilen.

Amalgam

...ist seit einiger Zeit out.

...ist immer noch Kassenleistung

... wird aus Haftungsgründen seit einigen Jahren nicht mehr in Deutschland hergestellt.

...bei Schwangeren, Nierenkranken und gegen Amalgambestandteile allergischen Personen dürfen, bei Kindern sollen keine Amalgamfüllungen gelegt werden.

...Amalgam besteht etwa zur Hälfte aus Quecksilber. Beim Einbringen und Entfernen, aber auch beim Kauen wird Quecksilber in messbaren Mengen freigesetzt. Über die Bedeutung wird gestritten.

...Entfernte Amalgamfüllungen werden aufwendig gesammelt (Amalgamabscheider) und nachweispflichtig als Sondermüll entsorgt.

Die Diskussion über eine eventuelle gesundheitsschädliche Wirkung wurde sehr erhitzt und kontrovers geführt und führte bei den Patienten zu erheblicher Verunsicherung. Da es mittlerweile auch sichere und ästhetisch anspruchsvollere Materialien gibt, haben wir uns entschlossen in unserer Praxis kein Amalgam zu verwenden. Im Folgenden werden die wichtigsten Alternativen kurz beschreiben.

 

Einzeitige Füllungsmaterialien

Die nachfolgenden Füllungen können zumeist in einer Behandlungssitzung ("einzeitig") fertig gestellt werden.

Einfache plastische Füllungen (Compomere, Glasionomerfüllungen)

In der letzten Zeit sind viele Materialien auf den Markt gekommen, die das Amalgam ersetzen sollen. Alle Hersteller versprechen, sie seien unkompliziert zu verarbeiten und hätten eine dem Amalgam ähnliche Lebensdauer. Ob dies tatsächlich der Fall ist, muss erst in Langzeitstudien bewiesen werden. Diese Materialien sind annähernd zahnfarben und die Einzigen, deren Kosten derzeit in vollem Umfang von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Beim Thema Haltbarkeit sollte man aber skeptisch sein. Es ist durchaus denkbar, dass eine solche Füllung nach zwei bis drei Jahren erneuert werden muss. Wir sehen den Einsatz dieser Füllungsmaterialien eher im kurzfristigen Bereich als Überbrückung zum Beispiel vor einer dauerhaften und qualitativ besseren Versorgung.

Hochwertige plastische Füllungen (Composites)

Plastische Füllungen bestehen aus einem Kunststoffgerüst, in das bis zu 80% keramische Füllkörper eingelagert sind. Da bereits kleinste Fehler zu Qualitätsverlusten führen, ist eine sehr aufwendige Verarbeitung gefordert. Der entsprechende Zahn wird mit einer Säure vorbehandelt, um die Oberfläche zu vergrößern und somit eine bessere Haftung zu erzielen. Zusätzlich werden chemische Haftvermittler aufgetragen, die zu einer weiteren Verbesserung der Verbindung Zahn/Füllungsmaterial beitragen. Das Material wird in kleinen Portionen eingefüllt, der Zahnform angepasst und schichtweise mit ultraviolettem Licht gehärtet. Während des gesamten Vorgangs darf der Zahn nicht mehr mit Speichel in Kontakt kommen.

Diese aufwendige Verarbeitungsweise führt zu einem sehr guten ästhetischen Ergebnis und einer Haltbarkeit, die etwa der des Amalgams entspricht.

Von der Ästhetik sind diese Restaurationen unübertroffen. Farbe und Form der Kaufläche sind vom natürlichen Zahn kaum zu unterscheiden. Schon während einer Sitzung ist der entsprechende Zahn vollkommen wiederhergestellt. Auch große Löcher können mit diesem Material gefüllt werden, denn es ist ähnlich hart und widerstandsfähig wie der natürliche Zahnschmelz.

Diese Füllungen werden aufgrund der aufwendigen Technik anteilsweise von der gesetzlichen Krankenversicherung bezuschusst. Für genaue Details fragen Sie bitte die Behandler.

Cerec 3D-Füllungen

Keramische Kronen und Keramikinlays werden heute nicht mehr ausschließlich im Fremdlabor hergestellt. Immer mehr setzen sich bei der Herstellung vollkeramischer Restaurationen computergestützte Verfahren wie CAD (Computer Aided Design) oder CAM (Computer Aided Manufacturing) durch. Das Besondere: Der Zahnersatz kann mithilfe modernster Technik direkt  bei uns angefertigt werden. Möglich macht dies ein komplettes Datenerfassungs- und Bearbeitungssystem- kombiniert mit einer Keramikfräsmaschine. Für Sie hat dies den großen Vorteil, dass die Krone oder das Inlay innerhalb eines Tags meistens innerhalb einer Behandlung fertig wird. Mehr Infos finden Sie hier.

 

Zweizeitige Füllungen

Diese Füllungen werden in der ersten Sitzung von uns vorbereitet, in einem Zwischenschritt in einem Labor angefertigt und dann in einer abschließenden Sitzung endgültig eingefügt.

Goldinlays

Für Goldinlays gilt bezüglich der Abdrucknahme, Herstellung im Dentallabor und Tragen von Provisorien das gleiche wie für Keramikinlays. Die Vorteile liegen in der guten Passform und der relativ einfachen Handhabung beim Einsetzen. Goldinlays sind sehr gut verträglich und lange haltbar. Der einzige Nachteil ist die fehlende Möglichkeit der zahnfarbenen Gestaltung.

Alle Arten von Füllungen haben spezifische Vor- und Nachteile, wobei für jeden Patienten eine individuelle Lösung gefunden werden sollte. Auch Mischformen sind möglich, z.B. Keramik im vorderen und Gold im hinteren Bereich.